Alkotest Alkomat Tricks

Polizei beim Alkotest

Alkotests sind Alltag auf unseren Straßen. Doch wie genau arbeiten die Alkomaten wirklich? Und: Gibt es Tipps und Tricks beim Pusten, um die Messgeräte zu überlisten?

Lesedauer 5 Min.
Thema Straßenverkehr
Gesetzliche Bestimmungen

Alkoholkontrollen gehören zu den Routineaufgaben der Polizei und sind ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit. Seien Sie daher immer freundlich. Egal ob Sie Alkohol konsumiert haben oder nicht, ein respektvoller und sachlicher Umgang sollte selbstverständlich sein.

Der Beamte wird Sie in der Regel nach zuvor getrunkenem Alkohol befragen, sowie Ihren Führer- und Zulassungsschein sehen wollen. Häufig wird er Sie danach bitten, einen Alkotest mit Hilfe eines Vortestgeräts durchzuführen.

Tipps beim Pusten

Tipp Beschreibung
Freundlich und sachlich bleiben

Ihre mündlichen Angaben zu Alkohol- und Rauschmittelkonsum werden protokolliert. Bleiben Sie freundlich, achten Sie aber besonders auf Ihre Antworten zum Trinkverhalten vor der Autofahrt.

Alkoholkontrollen sind immer und überall möglich

Eine Alkoholkontrolle darf jederzeit (auch ohne konkreten Verdacht) durchgeführt werden. Dies gilt jedoch nur, wenn ein Alkoholtestgerät vor Ort ist. Bei Verdacht auf eine Alkoholisierung kann die Alkoholkontrolle am nächsten Polizeirevier durchgeführt werden.

Eine Alkoholkontrolle niemals verweigern Der Test am Vortestgerät darf verweigert werden, darauf würde aber ein Test mittels Alkomaten folgen. Dieser muss dann durchgeführt werden. Sollte man sich auch hier weigern gilt man als stark alkoholisiert.
Aufschub erbeten Sollten Sie unmittelbar vor der Kontrolle Alkohol getrunken haben kann ein Aufschieben der Untersuchung um 15 Minuten verlangt werden.
Attest mitführen Ist ein Alkomattest aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, sollte ein ärztliches Attest im Auto mitgeführt werden.
Nicht Hyperventilieren Kann sich auf das Meßergebnis auswirken und ist nicht erlaubt
Bluttest

Wer Zweifel am Ergebnis der Messung hat, kann im nächsten öffentlichen Krankenhaus einen Bluttest durchführen lassen. Dessen Ergebnis kann in einem Gerichtsverfahren als Beweis eingebracht werden, ob dieser vom Gericht allerdings auch anerkannt wird hängt von Einzelfall ab.

Tricksen beim Alkotest

Ein „Schummeln“ beim Test mit dem Alkomaten ist nicht möglich. Zwar hört man immer von Tricks, diese sind in der Regel jedoch nicht wirksam oder kaum praktisch einsetzbar. Dazu zählen etwa:

  • Das Lutschen von Eiswürfeln
  • Verwendung von Mundwasser
  • Zigarettenrauch
  • Knoblauch
  • Kaffee und Energydrinks

Schnelles, flaches Atmen (Hyperventilation, Hechelatmung) oder auch Luftanhalten kurz vor der Messung wirkt sich nur geringfügig auf die Alkoholkonzentration in der Atemluft aus. Es ist trotzdem nicht gestattet, verzichten Sie also besser auf Experimente.

Der Alkoholabbau lässt sich mit diesen Tricks ebenfalls nicht beschleunigen!

Alles zum Alkoholabbau

Vorsicht ist auch bei sogenannten „Schutzbehauptungen“ geboten. Geben Sie keinen Sturztrunk oder Nachtrunk bei der Alkoholkontrolle an!

Vortestgerät

Seit einigen Jahren kommen die sogenannten Vortestgeräte zum Einsatz. Alkoholkontrollen können so schneller und einfacher durchgeführt werden. Im Unterschied zum Alkomat benötigen sie keine Wartezeit – der Autolenker kann also ohne längere Unterbrechung seine Fahrt fortsetzen. Die kleinen, tragbaren Geräte sind allerdings nicht geeicht, ihre Ergebnisse können daher vor Gericht nicht als Beweis für eine Alkoholisierung verwendet werden.

Wie der Name schon verrät handelt es sich um einen Vortest – zeigt er eine Alkoholisierung an, folgt ein genauer Test mit einem geeichten, gerichtsfähigen Alkomat.

Die Alkoholkontrolle mittels Vortestgerät darf verweigert werden. Der Lenker wird dann aber zu einem Test mit dem Alkomat aufgefordert werden, welcher nicht verweigert werden darf.

Alkomat

Besteht Verdacht auf eine Alkoholisierung wird ein Alkoholtest durchgeführt.

15 Minuten vor der Alkoholkontrolle dürfen keine alkoholischen Getränke konsumiert werden.

Das „blasen“ selbst ist eine Sache von Sekunden. Es sind lediglich 2 Dinge zu beachten:

  • Es muss mindestens ein Volumen von 1,5 Liter Atemluft über das Mundstück in das Testgerät geblasen werden.
  • Der Blasvorgang muss dabei länger als 3 Sekunden dauern und darf nicht unterbrochen werden.

Die Messung am Alkomat wird zwei Mal durchgeführt. Von den beiden Ergebnissen wird nur das niedrigere verwendet.

Auf Wunsch erhält der Lenker ein Protokoll der durchgeführten Messung.

Bluttest

Bluttest als Alternative zum Alkomat
Der Bluttest kann eine Alternative zum Alkomat sein. Ein Anrecht auf einen Bluttest besteht jedoch nicht.

Ist ein Alkomattest aus medizinischen Gründen nicht durchführbar, wird der Blutalkohol mittels Bluttest festgestellt. Ein allgemeines Anrecht auf einen Bluttest besteht allerdings nicht. Ist der Lenker gesundheitlich in der Lage einen Test mittels Alkomat abzulegen kann er keinen Bluttest einfordern.

Wie genau misst ein Alkomat?

Keine Messung ist zu 100 Prozent verlässlich. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit mit erhöhten Blutalkoholwerten „durchzurutschen“ größer, als trotz geringer Werte fälschlicherweise bestraft zu werden. Rechtlich gilt das Messergebnis des Alkomats sofern keine Blutuntersuchung durchgeführt wurde.
Dabei werden die ersten beiden Kommastellen herangezogen, die dritte Kommastelle wird ignoriert. Ein Aufrunden ist nicht zulässig. Sollten Sie dennoch glauben, einen zu hohen Messwert erhalten zu haben empfiehlt es sich, umgehend in einem öffentlichen Krankenhaus einen Bluttest durchzuführen.

Vermeiden Sie es, die Messwerte anderer Personen als Vergleich heranzuziehen – auch wenn Sie die gleiche Menge Alkohol konsumiert haben können individuelle Unterschiede zu stark abweichenden Blutalkoholwerten führen.

Vorsicht ist auch beim Vergleich mit alten Messungen geboten. Tagesverfassung, zu sich genommene Speisen, die Art de Alkohols und vieles mehr kann die Blutalkoholkonzentration beeinflussen. Wenn Sie also bereits früher bei einer ähnliche Menge Alkohol gerade noch unterhalb des Grenzwertes waren, können Sie im aktuellen Fall trotzdem deutlich darüber liegen.

  • Handbuch Alkohol – Österreich, 3. Auflage
Redaktionelle Bearbeitung: Benjamin Slezak
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