Alkohol: Wissenswertes über Konsum und Wirkung Was sie beim Trinken beachten sollten

Alkohol wird gerade getrunken

Alkohol ist für Erwachsene legal zu konsumieren und stellt eines der am weitesten verbreiteten Suchtmittel dar. Beim Konsum sollte auf verantwortungsvolles trinken geachtet werden.

Benjamin Slezak
Mag.
Benjamin
Slezak
Psychologe
Informationen Suchtmittel
Gesundheits­gefahr
Lesedauer 10 Min.

Kein anderes Suchtmittel ist derart gesellschaftlich akzeptiert und weit verbreitet. Die Beliebtheit erklärt sich weitgehend durch die als angenehm empfundene Wirkung in Verbindung mit breiter Verfügbarkeit und niedrigem Preis.

Der durchschnittliche Alkoholkonsum pro Jahr liegt bei knapp 10 Liter pro Kopf (Deutschland, 2013). Etwa 1,6 Millionen Menschen sind alleine in Deutschland akut alkoholsüchtig.

Jugendliche machen im Durchschnitt bereits mit etwa 13 – 14 Jahren erste Erfahrungen mit Alkohol. Mit 16 – 17 Jahren konsumiert bereits etwa jeder Vierte regelmäßig mindestens einmal pro Woche.

Weltweit sind etwas mehr als 25% aller Todesfälle im Alter von 15 – 29 Jahren auf Alkohol zurückzuführen.

Langfristiger Alkoholkonsum birgt die Gefahr einer Abhängigkeit.

Wer trotz aller gesundheitlichen Risiken Alkohol konsumieren möchte, sollte auf verantwortungsvolles, kontrolliertes Trinken achten. Daher sollten einige grundlegende Regeln eingehalten werden:

Während der Schwangerschaft sollte auf Alkoholkonsum verzichtet werden. Chronischer Alkoholmissbrauch erhöht die Gefahr von Missbildungen und Entwicklungsstörungen beim ungeborenen Kind.

Risikoarmer Konsum

Um das Risiko einer Alkoholabhängigkeit zu minimieren wird empfohlen, an mindestens zwei bis drei Tagen pro Woche völlig auf Alkohol zu verzichten.

Frauen sollten pro Tag nicht mehr als 12g reinen Alkohols trinken. Das entspricht etwa einem kleinen Glas Bier (0,3l) oder einem "Achterl" Wein (0,15l).

Für Männer gilt als Faustregel: nicht mehr als 24g Alkohol pro Tag. Umgerechnet wären dies ca. ein großes Bier (0,6l) oder zwei "Achterl" Wein (0,3l).

Die Empfindlichkeit gegenüber Alkohol ist individuell stark unterschiedlich. Ein allgemein gültiger Wert kann also nicht mit hundertprozentiger Sicherheit angegeben werden.

Auch wenn Sie risikoarm konsumieren: Beachten Sie, dass Alkoholkonsum, auch wenn es zu keiner Abhängigkeit kommt, langfristig den Körper schädigt.

  • Bedenken Sie, dass Koordinations- und Reaktionsfähigkeit nachlassen. Vermeiden Sie es daher, in beeinträchtigtem Zustand ein Fahrzeug in Betrieb zu nehmen oder andere gefährliche Tätigkeiten auszuüben. Häufig kommt es durch Alkoholkonsum zu Selbstüberschätzung und unüberlegtem, risikofreudigem Verhalten. Im Straßenverkehr kann dies tödlich enden.
  • Alkohol wird bei leerem Magen schneller resorbiert, man ist schneller betrunken. Versuchen Sie, vor dem Konsum etwas zu essen.
  • Die Blutalkoholkonzentration hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Beachten Sie, dass Frauen eine andere Verteilung der Körperfette und durchschnittlich eine geringere Körpermasse als Männer haben. Sie erreichen daher bei derselben Alkoholmenge höhere Promillewerte und reagieren empfindlicher auf Alkohol.
  • Obwohl Alkohol in der Regel in Form von Getränken konsumiert wird, entzieht er dem Körper Flüssigkeit. Dies kann besonders in Kombination mit anderen Suchtmitteln wie Ecstasy oder Speed das Risiko eines Hitzeschlags erhöhen.
  • Der Mischkonsum mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln, GHB und Opiaten steigert die Gefahr eines Kollapses sowie einer Bewusstlosigkeit oder lebensbedrohlichen Atemlähmung deutlich.
  • Wenn Sie an einer Alkoholsucht gelitten haben, darf kein Alkohol mehr getrunken werden. Auch kleine Mengen können Auslöser eines Rückfalls sein und Sie zurück in die Abhängigkeit führen.

Mischkonsum

Alkohol ist weit verbreitet und wird zu verschiedensten Anlässen konsumiert. Dadurch ist Mischkonsum mit anderen Suchtmitteln trotz erheblicher gesundheitlichen Risiken relativ häufig.

Besonders in folgenden Kombinationen sollte auf Mischkonsum verzichtet werden:

  • Alkohol und Ecstasy
    Leber und Nieren werden stark beansprucht. Es kommt zu einer Erwärmung des Körpers bei gleichzeitigem Flüssigkeitsverlust. Dadurch steigt die Gefahr eines Hitzeschlags und einer Dehydrierung.
  • Alkohol und Speed oder Kokain
    Durch den Einfluss von Speed oder Kokain geht die Wahrnehmung der Alkoholwirkung verloren. Der Rauscheffekt tritt nicht so stark ein, man fühlt sich relativ nüchtern. Dies verleitet zu weiterem Alkoholkonsum, die Gefahr einer Alkoholvergiftung steigt.

    Durch das abgeschwächte Rauschgefühl kommt es zu Selbstüberschätzung, was vor allem im Straßenverkehr tödlich enden kann.

  • Alkohol und GHB, Benzodiazepine oder Opioide
    Die Effekte der einzelnen Substanzen verstärken sich. Es kann zu Bewusstlosigkeit, komatösen Zuständen und Atemstillstand kommen. Es besteht Lebensgefahr!
  • Alkohol und Medikamente
    Beide werden über die Leber abgebaut, die Stoffe bleiben also unter Umständen länger im Körper als gewünscht. Je nach Art des Medikamentes kann es zu gefährlichen Wechsel- und Nebenwirkungen kommen. Besondere Vorsicht ist bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln geboten.
Redaktionelle Bearbeitung: Benjamin Slezak
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