Tipps für Angehörige von Alkoholikern

Frau gibt Tipps für Angehörige von Alkoholikern

Angehören von Alkoholikern versuchen ihr Bestes, dem geliebten Menschen zu helfen. Das ist jedoch gar nicht so einfach. Häufig stoßen Sie auf Widerstand oder werden ignoriert.

Benjamin Slezak
Mag.
Benjamin
Slezak
Psychologe
Lesedauer 5 Min.
Thema Alkoholismus
Zielgruppe Angehörige

Die Sorge um einen suchtkranken Angehörigen kann mühsam und aufreibend sein. Klar, eine Liste mit Ratschlägen und Tipps macht die Situation noch nicht leichter. Sie werden aber feststellen, dass schon ein paar Verhaltensregeln die Lage spürbar entschärfen können.

Viele Angehörige plagen sich mit der Frage, ob Sie sich richtig verhalten. Dazu kommen Selbstzweifel, ob Sie nicht besser helfen könnten und womöglich Fehler in der Vergangenheit gemacht haben. Wenn Sie gerade dabei sind, sich zu informieren, machen Sie bereits genau das Richtige. Die Krankheit zu kennen gibt Sicherheit und Selbstvertrauen.

Zögern Sie daher nicht, sich bei weiteren Fragen und Problemen direkt an eine Beratungsstelle zu wenden.

  • Zeigen Sie Geduld und akzeptieren Sie auch Rückschläge als Teil des Heilungsprozesses.
  • Führen Sie Gespräche ruhig und sachlich.
  • Verwenden Sie dabei stets die „Ich“-Form.
  • Bieten Sie Unterstützung an, versuchen Sie aber nicht die Probleme des anderen zu lösen.
  • Nehmen Sie Kontakt mit einer Beratungsstelle auf.
  • Konfrontieren Sie mit Fakten und Tatsachen, ohne emotional zu werden.
  • Versprechen Sie nichts, was Sie später nicht einhalten können.
  • Zeigen Sie Verständnis und Einfühlungsvermögen für die Situation des anderen.
  • Zögern Sie nicht, selbst um Hilfe zu fragen.
  • Besprechen Sie das Thema nicht in alkoholisiertem Zustand.
  • Machen Sie keine Vorwürfe – die macht sich der oder die Alkoholkranke bereits selbst.
  • Wenn Sie Kinder haben, reden Sie mit ihnen über das Problem.
  • Versuchen Sie nicht, den Kranken zu kontrollieren
  • Verzichten Sie darauf, den Alkohol zu rationieren oder sich auf bestimmte Mengen die „OK“ wären festzulegen.
  • Versorgen Sie Ihren Angehörigen nicht mit Alkohol, auch wenn er selbst dazu nicht in der Lage ist.
  • Lügen Sie nicht, um etwa ein Fehlen am Arbeitsplatz zu entschuldigen.
  • Klären Sie den Betroffenen über seine finanzielle Situation auf, übernehmen Sie aber keine Schulden.
  • Vermeiden Sie es, dem Alkoholkranken Schuldgefühle zu vermitteln oder ihn zum Sündenbock zu machen
  • Kennen Sie ihre eigenen Grenzen, und lassen Sie los, wenn es nicht mehr geht.

Weiterführende Informationen für Angehörige von Alkoholikern finden sie hier.

Alles über Alkoholsucht

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