Wirkung von Alkohol

Mädchen unter der Wirkung von Alkohol

Schon geringe Mengen steigern die Kontaktfreude. Das Wohlbefinden wird generell gesteigert, Ängste werden gehemmt. Größere Mengen verursachen Rauschzustände und Trunkenheit.

Benjamin Slezak
Mag.
Benjamin
Slezak
Psychologe
Schwerpunkt Gesundheit
Lesedauer 7 Min.
Thema Alkoholismus

Vorsicht bei übermäßigem Alkoholkonsum: Alkoholvergiftungen können tödlich enden. Langfristiger Alkoholmissbrauch kann zu einer Alkoholabhängigkeit führen.

Wirkung von Alkohol

Die Wirkung von Alkohol wird von Konsumenten weitgehend als enthemmend und angenehm beschrieben. Dabei ist das subjektive Empfinden stark von Menge, Persönlichkeit, Stimmung und Umgebung abhängig.

 Promille  Wirkung
0,1 Kontaktfreudig, enthemmt, die Stimmung ist aufgehellt.
0,3 Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen herabgesetzt, die Risikobereitschaft steigt
0,5 Erste Gleichgewichtsstörungen. Enthemmung und Selbstüberschätzung nehmen zu.
0,8 Euphorie. Enthemmung und Selbstüberschätzung steigen weiter.
1 Rausch. Es kann zu Verwirrtheit, Sprech- und Orientierungsstörungen kommen. Gesteigerte Emotionalität und veränderte Bewusstseinswahrnehmung. Je nach persönlicher Stimmung kann es zu aggressivem Verhalten kommen.
2 Betäubungsstadium. Gefahr! Kennzeichen sind Erbrechen, Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen sowie Verwirrtheit. Die Muskeln erschlaffen, man bewegt sich weitgehend unkoordiniert.
3 Lebensgefahr. Es kommt zu Bewusstlosigkeit, Gedächtnisverlust und schwacher Atmung. Wer weitertrinkt riskiert Lähmungen, Koma, Atemstillstand und Tod.

Die Promillewerte gelten für Erwachsene. Jugendliche reagieren bereits bei geringeren Alkoholmengen stärker als Erwachsene.

Wirkmechanismus

Alkohol wird vorwiegend im Verdauungstrakt aufgenommen, ein kleiner Teil wird bereits von der Mundschleimhaut resorbiert. Über den Blutkreislauf wird der Alkohol (genauer gesagt: der Ethanolanteil) über den gesamten Körper verteilt. Das Ethanol kann die Blut-Hirn-Schranke durchdringen und gelangt so auch in das Gehirn.

Nach etwa 30-60 Minuten ist die Resorption im Magen und Dünndarm weitgehend abgeschlossen, es wird die höchste Blutalkoholkonzentration erreicht. Die genauen Werte hängen von verschiedenen Faktoren wie der Art des Getränkes oder der zu sich genommenen Nahrung ab. So beschleunigen etwa süße, warme oder prickelnde Getränke die Aufnahme, während fettige Speisen sie verzögern können.

Fettes Essen verzögert lediglich die Geschwindigkeit der Resorption. Die Menge des aufgenommenen Alkohols wird dadurch nicht reduziert.

Im Gehirn kommt es zu einer Hemmung der Reizübertragung im Zentralnervensystem bei einer gleichzeitigen Sensibilitätssteigerung. Die GABA-Rezeptoren im Gehirn werden stimuliert, während NMDA-Rezeptoren gehemmt werden. Größere Mengen wirken dämpfend und beeinflussen verschiedene Sinneswahrnehmungen (z.B. Gleichgewichtssinn, Sehvermögen, Schmerzempfindung).

Alkohol erweitert die peripheren Blutgefäße und beeinträchtigt gleichzeitig das Temperaturempfinden. Besonders im Winter ist Vorsicht geboten: Der Körper kühlt rascher aus, ohne dass die Kälte wahrgenommen wird. Es drohen Erfrierungen bis hin zum Kältetod.

Redaktionelle Bearbeitung: Benjamin Slezak
Erste Veröffentlichung:
Letzte Aktualisierung:
Das könnte Sie auch interessieren:
Mindestalter Alkohol
Promillerechner: Den Promillewert bestimmen
Test für Alkoholismus
Alkohol und Sex