Risikoarmer Konsum

Verantwortungsvolles Trinken

Mann beim risikoarmen Trinken

Sie wissen es bestimmt schon: Alkohol ist ungesund. Trotzdem trinken die meisten regelmäßig, dagegen ist auch kaum etwas einzuwenden. Allerdings sollte man es nicht übertreiben. Wir erklären, wie viel Sie trinken können, ohne dabei ein großes gesundheitliches Risiko einzugehen.

Lesedauer 5 Min.
Thema Alkoholismus
Schwerpunkt Gesundheit

Muss man ein schlechtes Gewissen haben, wenn man hin und wieder ein Glas Wein trinkt? Natürlich nicht! Der Konsum von Alkohol ist nicht grundsätzlich falsch oder schlecht. Tatsächlich ist Alkohol ein Teil unserer Kultur und für viele Menschen fixer Bestandteil ihres Alltags. Daher ist es aber auch wichtig, sich den Gefahren bewusst zu sein. Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Suchtmittel Alkohol ist nicht nur für die eigene Gesundheit wichtig, sondern erlaubt auch, sich das Genussmittel Alkohol weitgehend risikolos schmecken zu lassen.

Gerade wenn es um verantwortungsvolles, risikoarmes Trinken geht muss vor den gesundheitlichen Folgen und der Gefahr einer Alkohlabhängigkeit gewarnt werden. Vergessen Sie nicht, dass es sich um ein Suchtmittel handelt und  selbst bei überlegtem, diszipliniertem Trinken die Entstehung einer Abhängigkeit nie vollständig ausgeschlossen werden kann.

Langfristiger Alkoholkonsum birgt die Gefahr einer Abhängigkeit.

Wieviel Alkohol ist zu viel?

Während der Schwangerschaft sollte auf Alkoholkonsum verzichtet werden. Chronischer Alkoholmissbrauch erhöht die Gefahr von Missbildungen und Entwicklungsstörungen beim ungeborenen Kind.

Um das Risiko einer Alkoholabhängigkeit zu minimieren wird empfohlen, an mindestens zwei bis drei Tagen pro Woche völlig auf Alkohol zu verzichten.

Frauen sollten pro Tag nicht mehr als 12g reinen Alkohol trinken. Das entspricht etwa einem kleinen Glas Bier (0,3l) oder einem „Achterl“ Wein (0,15l).

Für Männer gilt als Faustregel: nicht mehr als 24g Alkohol pro Tag. Umgerechnet wären dies ca. ein großes Bier (0,5l) oder zwei „Achterl“ Wein (0,3l).

Die Empfindlichkeit gegenüber Alkohol ist individuell stark unterschiedlich. Ein allgemein gültiger Wert kann also nicht mit hundertprozentiger Sicherheit angegeben werden.

Kann Alkohol gesund sein?

Nein. Immer wieder hört man, dass Alkohol in kleinen Mengen gesund wäre. So soll etwa ein Glas Rotwein am Tag positive Effekte auf Gesundheit und Seele haben. Leider ist die Sache ein wenig komplizierter. Alkoholische Getränke, so auch Rotwein, haben viele verschiedene Inhaltstoffe. Manche davon könnte man durchaus als „gesund“ bezeichnen, andere sind eindeutig giftig. Ob und in welchem Ausmaß diese Bestandteile die Gesundheit tatsächlich fördern, ist aber unklar. Es ist durchaus denkbar, dass regelmäßiger Alkoholkonsum auch positive Folgen haben kann – dies bedeutet jedoch nicht, dass Alkohol in geringen Mengen gesund ist. 

Alkoholische Getränke haben – so wie die meisten Dinge im Leben – gute und schlechte Seiten. Wer ein Glas Wein trinkt nimmt beide in Kauf, die guten wie die schlechten. Womöglich sind auch gesunde Bestandteile enthalten, trotzdem ist Alkohol ein Zellgift und schädigt unseren Organismus. Es wäre denkbar, dass Rotwein (in kleinen Mengen) das Herzinfarkt-Risiko senkt. Allerding steigt dadurch auch das Risiko für andere Erkrankungen. 

Stellt man die möglicherweise positiven Effekte den nachweislich negativen Folgen von Alkohonsum gegenüber, kommt recht schnell zum Schluss: Nein, Alkohol (auch in kleinen Mengen) ist nicht gesund.

Wenn Sie mehr über die gesundheitlichen Folgen von Alkohol wissen möchten, finden Sie hier eine Übersicht.

Körperliche Folgen von Alkohol

Tipps für den Alkoholkonsum

  • Bedenken Sie, dass Koordinations- und Reaktionsfähigkeit nachlassen. Vermeiden Sie es daher, in beeinträchtigtem Zustand ein Fahrzeug in Betrieb zu nehmen oder andere gefährliche Tätigkeiten auszuüben. Häufig kommt es durch Alkoholkonsum zu Selbstüberschätzung und unüberlegtem, risikofreudigem Verhalten. Im Straßenverkehr kann dies tödlich enden.
  • Alkohol wird bei leerem Magen schneller resorbiert, man ist schneller betrunken. Versuchen Sie, vor dem Konsum etwas zu essen.
  • Die Blutalkoholkonzentration hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Beachten Sie, dass Frauen eine andere Verteilung der Körperfette und durchschnittlich eine geringere Körpermasse als Männer haben. Sie erreichen daher bei derselben Alkoholmenge höhere Promillewerte und reagieren empfindlicher auf Alkohol.
  • Obwohl Alkohol in der Regel in Form von Getränken konsumiert wird, entzieht er dem Körper Flüssigkeit. Dies kann besonders in Kombination mit anderen Suchtmitteln wie Ecstasy oder Speed das Risiko eines Hitzeschlags erhöhen.
  • Der Mischkonsum mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln, GHB und Opiaten steigert die Gefahr eines Kollapses sowie einer Bewusstlosigkeit oder lebensbedrohlichen Atemlähmung deutlich.
  • Wenn Sie an einer Alkoholsucht gelitten haben, darf kein Alkohol mehr getrunken werden. Auch kleine Mengen können Auslöser eines Rückfalls sein und Sie zurück in die Abhängigkeit führen.
  • Auch wenn Sie risikoarm konsumieren: Beachten Sie, dass Alkoholkonsum, auch wenn es zu keiner Abhängigkeit kommt, langfristig den Körper schädigt.
  • Handbuch Alkohol – Österreich, 3. Auflage
Redaktionelle Bearbeitung: Benjamin Slezak
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