Wirkung von Alkohol

Mädchen unter der Wirkung von Alkohol

Die Wirkung von Alkohol setzt schon nach wenigen Minuten ein. Geringe Mengen steigern die Kontaktfreude und das Wohlbefinden, größere Mengen verursachen Rauschzustände und Trunkenheit. Langfristig wirkt Alkohol schädlich auf Nerven und Organe.

Schwerpunkt Gesundheit
Lesedauer 7 Min.
Thema Alkoholismus

Die Wirkung von Alkohol wird von Konsumenten weitgehend als enthemmend und angenehm beschrieben. Dabei ist das subjektive Empfinden stark von Menge, Persönlichkeit, Stimmung und Umgebung abhängig.

Promille Wirkung
0,1 Kontaktfreudigkeit und Enthemmung nehmen zu, die Stimmung ist aufgehellt.
0,3 Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen sind herabgesetzt, die Risikobereitschaft steigt.
0,5 Erste Gleichgewichtsstörungen machen sich bemerkbar. Die Enthemmung und Selbstüberschätzung nimmt zu.
0,8 Euphorie setzt ein. Enthemmung und Selbstüberschätzung steigen weiter.
1 Rausch. Es kann zu Verwirrtheit, Sprech- und Orientierungsstörungen kommen. Gesteigerte Emotionalität und veränderte Bewusstseinswahrnehmung. Je nach persönlicher Stimmung kann es zu aggressivem Verhalten kommen.
2 Betäubungsstadium, es besteht akute Gefahr! Kennzeichen sind Erbrechen, Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen sowie Verwirrtheit. Die Muskeln erschlaffen, man bewegt sich weitgehend unkoordiniert.
3 Achtung, Lebensgefahr. Es kommt zu Bewusstlosigkeit, Gedächtnisverlust und schwacher Atmung. Wer weitertrinkt riskiert Lähmungen, Koma, Atemstillstand und Tod.

Die Promillewerte gelten für Erwachsene. Jugendliche reagieren bereits bei geringeren Alkoholmengen stärker als Erwachsene.

Vorsicht bei übermäßigem Alkoholkonsum: Alkoholvergiftungen können tödlich enden. Langfristiger Alkoholmissbrauch kann zu einer Alkoholabhängigkeit führen

Einsetzen der Wirkung von Alkohol

Die Wirkung von Alkohol setzt relativ rasch ein. Nach etwa 30-60 Minuten ist die Resorption im Magen und Dünndarm weitgehend abgeschlossen, es wird die höchste Blutalkoholkonzentration erreicht.

Die genauen Werte hängen von verschiedenen Faktoren wie der Art des Getränkes oder der zu sich genommenen Nahrung ab:

  • Fettige und ölige Speisen verzögern die Wirkung des Alkohols.
  • Kohlensäurehaltige, prickelnde Getränke machen schneller betrunken.
  • Ein leerer Magen und schnelles Trinken beschleunigen die Wirkung von Alkohol.

Fettes Essen verzögert lediglich die Geschwindigkeit der Resorption. Die Menge des aufgenommenen Alkohols oder dessen Wirkung wird dadurch nicht reduziert.

Dauer der Wirkung von Alkohol

Nach der Resorption wird Alkohol von der Leber abgebaut. Der Alkoholabbau schwankt dabei zwischen etwa 0,1 Promille und 0,2 Promille pro Stunde.

Vorsicht ist bei Restalkohol geboten. Nach kurzem Schlaf und etwas Kaffee fühlt man sich womöglich fit und weniger alkoholisiert, die Auswirkung des Alkohols auf Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit bleibt aber bestehen. Für eine ungefähre Bestimmung des Restalkohols im Blut können Sie den Promillerechner verwenden:

Online Promillerechner

Wirkmechanismus

Alkohol wird vorwiegend im Verdauungstrakt aufgenommen, ein kleiner Teil wird bereits von der Mundschleimhaut resorbiert. Über den Blutkreislauf wird der Alkohol (genauer gesagt: der Ethanolanteil) über den gesamten Körper verteilt. Das Ethanol kann die Blut-Hirn-Schranke durchdringen und gelangt so auch in das Gehirn.

Im Gehirn kommt es zu einer Hemmung der Reizübertragung im Zentralnervensystem bei einer gleichzeitigen Sensibilitätssteigerung. Die GABA-Rezeptoren im Gehirn werden stimuliert, während NMDA-Rezeptoren gehemmt werden. Größere Mengen wirken dämpfend und beeinflussen verschiedene Sinneswahrnehmungen (z.B. Gleichgewichtssinn, Sehvermögen, Schmerzempfindung).

Alkohol erweitert die peripheren Blutgefäße und beeinträchtigt gleichzeitig das Temperaturempfinden. Besonders im Winter ist Vorsicht geboten: Der Körper kühlt rascher aus, ohne dass die Kälte wahrgenommen wird. Es drohen Erfrierungen bis hin zum Kältetod.

Langfristige Wirkung von Alkohol

Die langfristige Wirkung von Alkohol schädigt den gesamten Körper. Als Zellgift schädigt Alkohol Organe und Nerven, wirkt aber auch auf die Psyche ein. Eine genaue Beschreibung der Alkoholschäden finden Sie hier.

Schäden durch Alkohol

Bei regelmäßigem Konsum wird eine Toleranz entwickelt. Das bedeutet, es wird mehr Alkohol benötigt, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Die Toleranzentwicklung ist ein erstes Anzeichen von riskantem Alkoholkonsum. Es empfiehlt sich daher, die eigenen Trinkgewohnheiten zu überdenken.

Falls Sie sich Sorgen um Ihr Konsumverhalten machen, empfiehlt sich ein kurzer Selbsttest.

  • DHS: Suchtmedizinische Reihe Band 1: Alkohol
  • DHS: Basisinfo: Alkohol
  • Handbuch Alkohol – Österreich, 3. Auflage
Redaktionelle Bearbeitung: Benjamin Slezak
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