Gewinnstrategien beim Glücksspiel

Tipps für Gewinne

Gewinn dank Gewinnstrategie

Viele Spieler verwenden bestimmte Strategien, um ihre Gewinnchancen zu erhöhen. Auch wenn manche dieser Techniken zunächst sinnvoll erscheinen, muss dennoch klar gesagt werden: Sie führen nicht zu verlässlichen Gewinnen. Dennoch gibt es häufig die Behauptung, eine bestimmte Strategie würde eben doch funktionieren. Bevor Sie diese Strategie aber anwenden, sollten Sie zunächst diesen Artikel lesen.

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Thema Glücksspiel

Wie kann man sich so sicher sein, dass eine Gewinnstrategie nicht funktioniert? Nun, wenn sie funktionieren würde, wären alle Spieler reich und alle Kasinos bankrott. Trotzdem ist es sinnvoll, sich mit den einzelnen Gewinnstrategien zu beschäftigen und zu analysieren, weshalb sie nicht funktionieren.

Erhöhen des Einsatzes beim Gewinnen / Paroli-Strategie

Hier wird bei Gewinnen der Gewinn abermals gesetzt. Der Hintergedanke dabei ist, dass man relativ „sicher“ hohe Einsätze tätigen kann – schließlich handelt es sich beim Einsatz um den eben erzielten Gewinn, der nun investiert wird.

Tatsächlich ist der Einsatz immer das eigene Geld. Zwar wurde es erst vor kurzem gewonnen, trotzdem ist es eigenes Geld – die Tatsache, dass es sich erst seit kurzem im eigenen Besitz befindet, ändert nichts daran. 

Aufhören, sobald Gewinn erzielt wurde

Die Strategie ist auf den ersten Blick erfolgversprechend. Es ist allgemein bekannt, dass langfristige Gewinne nicht möglich sind – nach mehreren Spielen häufen sich die Verluste.

Dieses Prinzip möchte man nun umgehen, indem man diszipliniert spielt und nach einem Tagesgewinn das Spielen beendet. So wird der Gewinn gesichert und das Verspielen des Erreichten verhindert.
Die Idee ist gut, in der Praxis kann sie aber nicht angewendet werden. Es würde bedeuten, nach einem Gewinn nie wieder zu spielen. Selbst wenn Sie nur 1€ gewonnen hätten, dürften Sie nie wieder ein Spiel wagen. Nur die lebenslange Abstinenz vom Glücksspiel würde Ihren Gewinn sichern und Sie wären einer der wenigen Menschen, die beim Glücksspiel auch langfristig gewonnen hätten.

Sobald Sie aber am nächsten Tag oder beim nächsten Kasinobesuch erneut spielen, funktioniert die Strategie nicht mehr: Dem Kasino ist es egal, ob sie 100 Spiele an einem Tag oder jeweils 1 Spiel an 100 Tagen spielen. Durch die Spielunterbrechungen zögern Sie den Verlust nur hinaus, ein Gewinn wird sich dadurch aber nicht einstellen.

Martingale Strategie

Die Martingale Strategie funktioniert nach einem simplen Muster: Bei einem verlorenen Spiel wird der Einsatz verdoppelt, um so den Verlust auszugleichen. Die Strategie ist bei vielen Spielern bekannt wird in verschiedenen Formen angewendet.

Die verschiedenen Varianten der Martingale-Strategie unterscheiden sich vor allem im Ausmaß der Erhöhung bzw. Verringerung im Falle eines Gewinnes oder Verlustes. Sie sind durch ein typisches Merkmal einfach zu erkennen: Der Einsatz muss nach einem Verlust erhöht werden.

Manche Varianten der Martingale Strategie scheinen sicherer zu sein, sie erhöhen den Einsatz vergleichsweise langsam. Aber auch hier gilt: Keine der Strategien ermöglicht langfristigen Erfolg.
Warum das so ist, erklären wir in unserem Artikel zu den verschiedenen Martingale-Strategien.

Die Martingale-Strategie

Analyse der bisherigen Ergebnisse

Viele Spieler meinen, hintereinander gespielte Spiele würden in Zusammenhang stehen. Tatsächlich ist diese Annahme falsch; der Ausgang eines Spiels ist unabhängig von den vorangegangen (und den nachfolgenden) Spielrunden.

Beispielsweise wird häufig nach einer Serie verlorener Spiele gedacht, nun müsse sich zwangsweise ein Gewinn einstellen. Wenn etwa beim Roulette 5 mal hintereinander Rot gefallen ist, müsse doch nun bald Schwarz getroffen werden (um die Überlast von Rot auszugleichen).

Solche Annahmen sind jedoch falsch. Die meisten Glücksspiele sind voneinander unabhängig. Der Ausgang eines Spiels beeinflusst nicht den Ausgang des darauffolgenden.

Die meisten Spieler wissen zwar, dass die Gewinnchancen theoretisch nicht beeinflussbar sind, spüren es aber in der Praxis nicht. Das subjektive Gefühl ändert aber leider nichts am Ausgang des Spiels.

Ein häufiger Einwand ist nun, dass bei genügend vielen Spielen jedes Ereignis gleich oft vorkommen müsse (z.B. Rot / Schwarz beim Roulette). Würde man nun über einige Spiele beobachten, dass ein bestimmtes Ereignis (z.B. Rot) unterdurchschnittlich häufig vorkommt, müsse es doch in naher Zukunft überdurchschnittlich auftreten.

Allerdings ist diese Sichtweise nicht vollständig: Zunächst ist die „nahe Zukunft“ nicht genauer definiert. So wäre ein „Ausgleich“ auch erst in Wochen oder Monaten denkbar. Zudem sind der Zeitpunkt und Zeitraum der Analyse frei gewählt. Womöglich würde das Ergebnis der Analyse ein anderes sein, wenn 2 Tage früher begonnen worden wäre.  

Ein Beispiel:

Spieler A beobachtet 100 Spiele beim Roulette und stellt fest, dass Rot 5 mal öfters gefallen ist, als zu erwarten gewesen wäre. Dementsprechend setzt er auf Schwarz und hofft auf einen Gewinn.

Spieler B hat mit seiner Analyse früher begonnen und beobachtet das Geschehen schon seit 1.000 Spielen. Er hat bemerkt, dass in den ersten 900 Spielen Schwarz 10x öfters gefallen ist, als zu erwarten gewesen wäre. Nach den nun weiteren 100 Spielen ist Schwarz noch immer 5 mal zu oft getroffen worden, er setzt daher auf Rot.

Beide Spieler haben also laut ihrer eigenen Analyse richtig gesetzt und erzielen trotzdem unterschiedliche Ergebnisse. Es ist auch nicht möglich zu bestimmen, wer nun „besser“ gesetzt hätte. Die Analyse von 1.000 Spielen kommt zu keinem besseren Ergebnis als die Analyse von 100 Spielen.

Die Unabhängigkeit der einzelnen Ereignisse – hier am Beispiel des Roulettes - wird verständlicher, wenn man sich bewusst macht: Eine Roulette-Kugel hat kein Gedächtnis! Die Kugel weiß nicht, auf welche Zahlen sie in den vergangenen Spielen gefallen ist und „entscheidet“ sich jedes Mal neu.

Spezifische Gewinnstrategien

Gewinnstrategie Lotto
Gewinnstrategie Blackjack
Gewinnstrategie Automaten
Gewinnstrategie Roulette

Hausregeln und Regel-Varianten

Kasinos und Online-Glücksspiel-Anbieter verwenden häufig eigene Hausregeln. Verschiedene Aspekte der angebotenen Glücksspiele können so leicht verändert werden. Die Regeln können vom Betreiber zum Vor- oder Nachteil des Spielers ausgelegt werden. Auch hier gilt: Selbst die spielerfreundlichsten Regeln ermöglichen keinen langfristigen Gewinn

Spielerfreundliche Regeln sollen beim Spieler den Eindruck eines guten Angebots wecken. Dem Spieler selbst bringt es jedoch wenig, er verliert selbst beim „besten“ Anbieter.

Nebenwetten

Bei manchen Spielen gibt es Nebenwetten oder „Versicherungen“ auf einen bestimmten Spielverlauf oder Spielausgang. Manche Gewinnstrategien raten von diesen Nebenwetten ab, andere sehen einen Nutzen unter bestimmten Voraussetzungen. Aber auch hier gilt: Es kann zwar die Gewinnwahrscheinlichkeit zunehmen, der zu erwartende Gewinn ist aber trotzdem negativ – ein Verlust ist auf lange Sicht vorprogrammiert.

Gehen Sie keine unüberlegten Nebenwetten ein. In den meisten Fällen sinkt dadurch die Gewinnwahrscheinlichkeit und beschleunigt das langfristige Verlieren noch zusätzlich.

Kombination verschiedener Gewinnstrategien

Es klingt einleuchtend: Wenn eine Gewinnstrategie die Gewinnwahrscheinlichkeit steigert, so müsste eine Kombination mehrerer Gewinnstrategien noch besser sein. Würde also eine Kombination von optimalen Hausregeln, mit richtigem Erhöhen des Einsatzes und idealen Nebenwetten einen Gewinn ermöglichen?

Nein, selbst eine Kombination verschiedener Techniken kann die Gewinnwahrscheinlichkeit nicht genügend anheben. Selbst unter idealen Umständen stellt sich langfristig immer ein Verlust ein. 

Warum dann Gewinnstrategien?

Tatsächlich kann eine Gewinnstrategie einen Unterschied machen: Ihre Gewinnchancen steigen von „schlecht“ auf „noch immer schlecht, aber nicht ganz so schlecht“.

Eine Gewinnstrategie wäre langfristig aber nur dann sinnvoll, wenn sie den durchschnittlich zu erwartenden Gewinn tatsächlich in den positiven Bereich bringen könnten. Leider schafft dies keine Spielweise. Zwar mag es vor Jahren bestimmte Kombinationen aus Spielstrategie und Hausregeln gegeben haben, die theoretisch auch langfristige Gewinne ermöglicht hätten, diese wurden aber durch Änderungen im Regelwerk beseitigt.

Dazu ein Beispiel:

Angenommen Sie steigern durch eine Gewinnstrategie die Gewinnwahrscheinlichkeit von 0.8 auf 0.9.

Trotzdem liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit nicht im positiven Bereich. Daher werden Sie langfristig weiterhin verlieren – zwar langsamer, aber doch.

Am Ende eines Tages merkt man keinen Nutzen von Gewinnstrategien: Was an Verlusten „gespart“ wurde, wird durch häufigeres Spielen gleich wieder verloren.

Wem nutzen Gewinnstrategien?

Tatsächlich werden diese Strategien häufig sogar beworben, um dem Spieler das Gefühl der Kontrolle zu geben und ihn so zu höheren Einsätzen zu motivieren. Für die Kasinos macht es jedoch keinen Unterschied, ob Sie eine Gewinnstrategie anwenden, schließlich gewinnt das Kasino trotzdem.

Gerade im Online-Bereich gibt es verschiedene Webseiten mit guten „Tipps“ und „Ratschlägen“ für erfolgreiches Spielen. Dies soll den Eindruck erwecken, in guten Händen zu sein und den Spieler auf die eigenen Spielangebote zu locken.

Manchmal wird sogar versucht, eine „geheime“ Gewinnstrategie zu verkaufen. Lassen Sie sich in keinem Fall auf so ein Geschäft ein.

Gefahr von Gewinnstrategien

Hüten Sie sich vor dem Gefühl, mit Hilfe der richtigen Strategie das Spiel kontrollieren zu können. Das Erzielen von langfristigen Gewinnen ist selbst mit ausgeklügelte Spieltechniken nicht möglich. Vielmehr ist das intensive Beschäftigen mit Spielstrategien ein Zeichen einer beginnenden Abhängigkeit.

Wenn Sie auf der Suche nach einer guten Strategie sind, um Ihre finanziellen Probleme schneller in den Griff zu bekommen, sollten Sie dringend Ihre Spielgewohnheiten überdenken. Einen guten Anfang bieten die Artikel zum Erkennen von Spielsucht und Hilfe bei Spielsucht.

Redaktionelle Bearbeitung: Benjamin Slezak
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